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    <title>Blog</title>
    <description></description>
    <link>http://robertwoelfl.com/</link>
    <language>de</language>
    <pubDate>Sun, 11 Dec 2011 00:00:00 +0000</pubDate>
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      <title>DEIN ANTEIL AN DER BEUTE IST EIN TOTES PFERD</title>
      <description><![CDATA[<p>Sie haben gesagt, dass ich Ihnen gefalle. Und Sie haben gesagt, dass Sie mich begehren. Sie haben mich gebeten, mich hinzulegen und die Augen zu schließen. Dann sind Sie in mich eingedrungen und haben mich privatisiert. Sie haben mich so lange privatisiert, bis mir Hören und Sehen verging und ich nicht mehr wusste, wer ich war. Sie haben zu mir gesagt, dass ich Ihnen vertrauen und Ihnen Tür und Tor öffnen soll. Sie haben verlangt, dass ich mich Ihnen völlig hingeben soll, denn nur so können Sie, haben Sie mir erklärt, mit Ihrer Strategie erfolgreich sein. Sie sind in mich eingedrungen und haben mich neu aufgestellt. Sie haben mein Produktprogramm ausgedehnt und mich diversifiziert. Sie haben mich auf mehrere Standorte aufgeteilt. Sie haben mich über die ganze Welt verstreut. Sie haben Teile von mir verkauft und dann wieder irgendwo etwas für mich dazu gekauft. Ich bin in neue Märkte eingedrungen. Ich bin gewachsen und dann wieder geschrumpft. Ich wurde größer und dann wieder kleiner. Alles nur zu meinem Vorteil, haben Sie mir erklärt. Sie haben sich viel für mich ausgedacht. Sie sind ja sehr kreativ. Sie sind jemand mit tausend Ideen. Wenn Sie einmal eine Idee abwerfen, wächst an Ihrem Kopf sogleich eine neue nach. Sie hören niemals auf, einfallsreich zu sein. Sie haben mich so lange verändert, bis ich jemand anderes oder gar niemand mehr war und ich nicht mehr wusste, was ursprünglich mein Zweck gewesen ist. Das alles habe ich für Sie getan. Und jetzt sind Sie erst nicht mit mir zufrieden. (aus: "Dein Anteil an der Beute ist ein totes Pferd", ein Text für eine Rauminstallation mit der Gruppe G.R.A.M. im Stadtmuseum Graz)</p>]]></description>
      <link>http://robertwoelfl.com/note-static/items/dein-anteil-an-der-beute-ist-ein-totes-pferd.html</link>
      <pubDate>Sun, 11 Dec 2011 00:00:00 +0000</pubDate>
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      <title>MANAGEMENT DES GROSSEN GEFÜHLS</title>
      <description><![CDATA[<p>Wir laufen mit unserer Interessenspolitik durch die Stadt und am Abend betreten wir eine Bar und fragen nach einem Zaubertrank. So etwas hätten wir gern, so einen Zaubertrank, so einen Stoff, der Träume schafft. Das heißt, der Realität schafft, wie wir sie uns erträumen. So eine Verwandlung hätten wir gern. Wir würden gern verwandelt werden. Behandelt und verwandelt. Aber selbstverständlich gibt es das nicht. Wir werden jedes Mal wieder abgewiesen, wir hätten es wissen müssen, wir wissen es doch. Es gibt keinen Zaubertrank. Es gibt kein anderes Leben, das sich aus einem Glas trinken lässt. Der Zaubertrank soll selbstverständlich ein Liebestrank sein. Aber wieder. Es gibt keinen Liebestrank. Einen Liebestrank kann man nicht bestellen. Auch wenn man noch so darum bettelt. So etwas gibt es nicht. Ist nicht lieferbar. Der Durst nach einem Liebestrank wird nicht gestillt. Und wie die Fragerei danach einem schon auf die Nerven geht. Die Liebe ist keine Zange mit orangefarbenen Griffen, die jedes Problem zu fassen kriegt.&nbsp;Wir wollen verwandelt werden, aber nur für kurz. Wir wollen eine Verwandlung mit eindeutigem Anfang und Ende. Wir haben uns schon so daran gewöhnt, dass alles nach einer bestimmten Zeit wieder ein Ende hat. Wir wollen kleine Portionen. Portionen, die uns nicht lange im Magen liegen und den Körper schnell wieder verlassen. Wir haben uns schon so daran gewöhnt, dass eine Torte in Tortenstücke eingeteilt ist, und dass auf allen Lebensmitteln ein Ablaufdatum steht. Ich will nicht, dass die Marmelade, die ich heute morgen gekauft habe, kein Ablaufdatum hat, und dass sie mich überleben könnte, das wäre mir nicht recht, das würde mich deprimieren.&nbsp;Wir müssen immer um den Tod herum, wie ein Segler um die Boje. Tristan und Isolde fahren geradewegs darauf zu. (aus: "Management des grossen Gefühls", zu Tristan und Isolde)</p>]]></description>
      <link>http://robertwoelfl.com/note-static/items/management-des-grossen-gefuehls.html</link>
      <pubDate>Sat, 12 Mar 2011 00:00:00 +0000</pubDate>
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      <title>Wohlstand durch Depressionen</title>
      <description><![CDATA[<p>In der "Zeit" vom 11. November 2010 schreibt Boris Groys am Ende seines mit "The American Way of Scheitern" betitelten Artikels: "In der aktuellen Phase des Kapitalismus erkennt man in der erotischen und sozialen Frustration die einzig verbliebene ökonomische Kraft." Ja, aber kann es uns nicht egal sein, ob die Antriebskräfte der Ökonomie positiv oder negativ gefärbt sind? Wie die Kunst ist die Ökonomie ständig auf der Suche nach Energien, mit denen sie ihre Maschinen heizen kann, und es ist ihr bestimmt gleich, aus welchen Ecken sie diese Energien bezieht. Aber schon klar, dass wir es lieber sehen würden, wenn der Wohlstand durch heitere Lust und wolkenlosen Himmel hervorgebracht wird statt durch Depressionen. Möglich, dass der sogenannte homo oeconomicus ein fettleibiges, tablettensüchtiges, ewig unglückliches Wesen ist, dessen Sehnsucht nach sozialem Aufstieg uns als Gesamtheit aber freier, glücklicher und satter macht. Das macht das Ganze zwar nicht sympathischer, aber endlich ein bisschen durchschaubarer. Niemals nachlassende Vitalität und grenzenloser Optimismus sind schwerer zu begreifen und zu akzeptieren als das tägliche jämmerliche Scheitern.</p>]]></description>
      <link>http://robertwoelfl.com/note-static/items/wohlstand-durch-depressionen.html</link>
      <pubDate>Sun, 14 Nov 2010 00:00:00 +0000</pubDate>
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      <title>Eine Welt ohne Bilder</title>
      <description><![CDATA[<p>Bei der Berichterstattung über die Finanzkrise konnte man eines beobachten: Schon sehr bald gingen den Medien die Bilder aus, mit denen sie die Berichte über die Krise illustrieren hätten können. Sehr bald waren die Bilder aufgebraucht. Man kannte sehr bald die Gebäudefassade von Lehman Brothers in New York, man kannte die Gesichter von Jerome Kerviel und Bernard Madoff, man bekam immer wieder dieselben Außenaufnahmen von der Börse in New York und in Frankfurt zu sehen, ab und zu wurde uns ein Experte vorgestellt, der für uns die Krise analysierte, im Hintergrund und sehr unscharf der Handelsraum einer großen Bank, und dann gab es noch die unentbehrlichen Männerrücken vor Monitoren und darüber flimmernde Zahlen und Kurven, frei flottierende Linien, bei denen es eigentlich egal war, zu welcher Aktie sie gehörten und welche Entwicklung sie anzeigten. Das war's dann. Illustrierende Bilder sind Mangelware. Bilder, die von sich aus etwas erklären könnten, die für uns einen Zusammenhang herstellen könnten, gibt es überhaupt nicht. Man möchte ausrufen: Diese Welt produziert zu wenig Bilder!</p>]]></description>
      <link>http://robertwoelfl.com/note-static/items/eine-welt-ohne-bilder.html</link>
      <pubDate>Fri, 15 Oct 2010 00:00:00 +0000</pubDate>
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      <title>Damit mich mein Vater liebt</title>
      <description><![CDATA[<p>"Als ich ein Kind war, hat mein Vater immer von mir verlangt, dass ich die Fernsehnachrichten ansehe. Dass ich jeden Abend neben ihm im Wohnzimmer sitze und zusammen mit ihm die Nachrichten sehe. Damit ich etwas lerne. Damit ich etwas von der Welt verstehe. Während der Nachrichten durfte niemand etwas sagen. Und immer sah mein Vater zu mir, um zu kontrollieren, ob ich wohl aufpasste, worüber im Fernsehen gesprochen wurde. Ich habe nicht wie andere Kinder mit Legosteinen gespielt, sondern mit Nachrichten. Wenn ich unter den Esstisch gekrochen bin oder auf dem großen Teppich im Wohnzimmer gesessen bin, dann habe ich immer mit Nachrichten gespielt. Ich habe tausend Spielsachen gehabt, aber ich habe mich nur mit Nachrichten beschäftigt. Ich habe mit dem Nahostkonflikt gespielt. Oder mit dem Krieg in Nordirland. Damit habe ich Straßen und Häuser gebaut. Damit habe ich Indianer gespielt. Ich wollte, dass meine Eltern mich beachten. Ich wollte ihnen zeigen, was für ein außergewöhnliches Kind ich war. Sie haben mir beim Spielen zugesehen. Sie waren stolz auf mich. Wenn wir Besuch hatten, dann habe ich allen gesagt, dass ich mich für den Nahostkonflikt interessiere. Das hat die Freunde meiner Eltern beeindruckt. Ich habe mit den Weltnachrichten gespielt und alle haben über mich gesagt, was für ein aufgewecktes und intelligentes Kind ich bin. Ich war ein Genie. Ich konnte bei anderen den Eindruck erwecken, ein Genie zu sein. Ich wurde gelobt. Ich stand im Mittelpunkt. Die Erwachsenen haben sich über mich unterhalten. Ich habe mir die Nachrichten angesehen, damit mich mein Vater liebt. Aber er hat mich nicht geliebt. Sondern ganz im Gegenteil hat er mir die Schuld dafür gegeben, wenn irgend etwas Furchtbares passiert war, wenn es im Fernsehen schlechte Nachrichten gab. Wenn von einem Flugzeugabsturz berichtet wurde oder einem entgleisten Zug in Indien oder einem Vulkanausbruch auf den Philippinen. Für diese Katastrophen gab er mir die Schuld. Das habe ich gespürt. Er sah mich dann jedes Mal so an, als wäre ich dafür verantwortlich. Als trüge ich allein dafür die Schuld." (Jannis in "Familien Unternehmer Geister")</p>]]></description>
      <link>http://robertwoelfl.com/note-static/items/damit-mich-mein-vater-liebt.html</link>
      <pubDate>Sat, 02 Oct 2010 00:00:00 +0000</pubDate>
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      <title>Ein guter Name</title>
      <description><![CDATA[<p>"Mir ist wieder ein Name für eine Firma eingefallen. Heute morgen im Bad, als ich beim Rasieren war. Wenn mir ein guter Name für eine Firma einfällt, bekomme ich sofort Lust, diese Firma zu gründen. Wenn mir ein wirklich guter Name eingefallen ist, kann ich diesen Namen nicht mehr vergessen. Dann muss ich zu diesem Namen eine Firma gründen. Dann rufe ich bei meiner Bank an und nenne ihr den Namen. Ich teste die Reaktion. Wie kommt der Name an? Klingt er vertrauenserweckend? Ich versuche, meine Bank von dem neuen Namen zu überzeugen. Und wenn sie neugierig geworden sind, wenn sie Blut geleckt haben, dann vereinbaren wir einen Termin. Um einen Kredit herauszuschlagen, braucht man einen guten Firmennamen. Mit einem wirklich guten Namen schlage ich überall einen Kredit heraus. Im Augenblick allerdings geben mir die Banken kein Geld mehr. Nicht einmal eine Million. Nicht einmal hunderttausend. Genaugenommen nicht einmal tausend. Wie soll ich eine Firma gründen, wenn ich nicht einmal tausend zur Verfügung habe? Sie sagen, ich hätte schon so viele Firmen gegründet. Aber genau das ist mein Beruf. Sie sagen, ich sei schon zu alt. Das Gegenteil ist der Fall. Eine Firma zu gründen, hält einen jung. Das hält mich jung. Aber die Banken wollen nicht, dass ich lange lebe. Sie wollen, dass ich sterbe. Ich muss etwas tun. Ich muss etwas unternehmen. Ich werde wahnsinnig, wenn ich nichts unternehmen kann. Ich werde wahnsinnig, wenn ich keine Firma gründen kann. Ich werde wahnsinnig, wenn man mir kein Geld mehr gibt. Bloß eine Million. Bloß eine halbe." (Michael in "Familien Unternehmer Geister")</p>]]></description>
      <link>http://robertwoelfl.com/note-static/items/ein-guter-name.html</link>
      <pubDate>Fri, 01 Oct 2010 00:00:00 +0000</pubDate>
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      <title>Gedanken entstehen im Kollektiv</title>
      <description><![CDATA[<p>Ich entwickle Gedanken, indem ich für mehrere Personen schreibe. Der Funke springt von einem auf den anderen über. Der jeweils nächste nimmt den Faden auf. Ein Gedanke entsteht langsam. Ein Wort ergibt das andere. Man muss geduldig sein. Jeder trägt seinen Teil dazu bei. Ein Gedanke entsteht auf Umwegen. Die dialogische Form bringt stärkere Gedanken hervor. Und stiftet dabei gleichsam als Nebeneffekt Gemeinsamkeit. Der Gedanke, der so entsteht, wirkt zurück auf die, die an ihm gearbeitet haben. Eine Gruppe wird erst zu einer Gruppe, wenn sie gemeinsam handelt. Schauspieler werden erst zu Schauspielern, wenn sie am selben Ort zusammen spielen.</p>]]></description>
      <link>http://robertwoelfl.com/note-static/items/gedanken-entstehen-im-kollektiv.html</link>
      <pubDate>Mon, 20 Sep 2010 00:00:00 +0000</pubDate>
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      <title>Die wirklich wichtigen Dinge</title>
      <description><![CDATA[<p>Ich gehe ins Theater, um nachzudenken. Nicht übers Theater, meistens nicht einmal über das Stück, das an diesem Abend gezeigt wird, sondern höchstens über einzelne Sätze darin, einzelne Bilder, einen einzelnen Gedanken. Ich gehe ins Theater, nicht um über Liebe und Tod nachzudenken, sondern die Höhe meiner Wohnungsmiete, den neu eröffneten Supermarkt bei mir in der Nähe und ob ich es verantworten kann, dort mein Geld hinzutragen, ob ich für die Opfer der aktuellen Flutkatastrophe spenden soll, ob ich, wenn ich mich verführen lasse, eine Gratis-U-Bahn-Zeitung zu lesen, dieser Zeitung schon in die Falle gegangen bin, ob ich zu viel oder zu wenig Medien konsumiere, ob gesunde Ernährung nicht einfach nur eine weitere Niederlage ist und ein Sieg bestimmter Verkaufsargumente der Lebensmittelkonzerne, ob ich zu viel heize, zu viel warmes Wasser verbrauche, zu viel fliege, etc. Ich kann nirgendwo so gut über die wirklich wichtigen Dinge nachdenken wie im Theater.</p>]]></description>
      <link>http://robertwoelfl.com/note-static/items/die-wirklich-wichtigen-dinge.html</link>
      <pubDate>Wed, 01 Sep 2010 00:00:00 +0000</pubDate>
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      <title>Ressource Liebe</title>
      <description><![CDATA[<p>Sich in ein Gebäude zu verlieben und mit diesem Gebäude Sex zu haben, ist auf alle Fälle besser als gar nichts mehr zu empfinden. Der Einsamkeit und Traurigkeit in den Bürotürmen zum Beispiel der großen Versicherungen oder Banken entkommt man nur, indem man liebt. Und wenn es keinen anderen Menschen gibt, der diese Liebe erwidern könnte, weil alle so erschöpft von ihren Weiterbildungsseminaren sind oder sich gerade für das nächste Meeting vorbereiten müssen, dann trifft die Liebe eben das Firmengebäude. Es ist klar, dass jedes Unternehmen versuchen wird, diese Sehnsucht nach Liebe auszunützen. Die Sehnsucht nach Liebe wird in eine Sehnsucht nach Karriere verwandelt und die Sehnsucht nach Karriere in eine Sehnsucht nach hundertprozentiger Identifikation mit dem Unternehmen. Liebe und Sexualität führen zu einer Steigerung des Profits.</p>]]></description>
      <link>http://robertwoelfl.com/note-static/items/ressource-liebe.html</link>
      <pubDate>Thu, 22 Jul 2010 00:00:00 +0000</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Godards 2 oder 3 Dinge</title>
      <description><![CDATA[<p>In Godards "2 ou 3 Choses que je sais d'elle" aus dem Jahr 1966 ist jene "sie" sowohl eine Figur (Juliette) als auch eine Stadt (Paris). Von beiden wird erzählt, von beiden wird gesprochen, und beide sprechen, beide haben eine Stimme. Von beiden wissen wir am Ende etwas, aber eben nur zwei oder drei Dinge, und nicht alles. "Juliette" lebt in Paris und das soziologische Phänomen "Paris" lebt in Juliette. Bei Godard sind (nach Anne Marie Freybourg) die Figuren "lediglich Elemente der Anbindung für die Prozesse des Denkens, die in den Geschichten vorgeführt werden."</p>]]></description>
      <link>http://robertwoelfl.com/note-static/items/godards-2-oder-3-dinge.html</link>
      <pubDate>Fri, 25 Jun 2010 00:00:00 +0000</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Die Kunden spüren das</title>
      <description><![CDATA[<p>"Vielleicht brauche ich einen neuen Anzug. Ich muss mir einen neuen Anzug kaufen. Mein Anzug sieht schon getragen aus. An den Knien und an den Ellbogen. Ich trage ihn auch jeden Tag. Ich stehe auf und putze mir die Zähne und frühstücke und ziehe den Anzug an. Der Tag beginnt erst richtig mit dem Anzug. Ich ziehe jeden Tag ein weißes Hemd und einen Anzug an. Das bin ich meinen Kunden schuldig. Auch wenn ich zuhause bin. Du kannst zuhause eine Jeans, du kannst einen Pullover tragen, aber du solltest einen Anzug tragen. Das bist du deinen Kunden schuldig. Auch wenn ich nur mit jemandem telefoniere, bin ich es ihm schuldig, korrekt gekleidet zu sein. Der Kunde sitzt mir gegenüber. So stelle ich es mir vor. Wenn du in deiner Wohnung keinen Anzug trägst, was trägst du dann? Einen Pyjama. Und dann rufst du deine Kunden im Pyjama an. Du sitzt an einem Tisch, vielleicht ist es nicht einmal dein Schreibtisch sondern der Küchentisch, und du trägst einen Pyjama, und so rufst du deine Kunden an. Aber die Kunden spüren das. Die Kunden hören das. Sie hören aus deiner Stimme heraus, wie du angezogen bist." (Ricardo in "Wir verkaufen immer")</p>]]></description>
      <link>http://robertwoelfl.com/note-static/items/die-kunden-spueren-das.html</link>
      <pubDate>Tue, 15 Jun 2010 00:00:00 +0000</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Begeisterung für Umsatz</title>
      <description><![CDATA[<p>"Ich will nicht, dass jemand ein Gefühl von Zuneigung für mich entwickelt. Nicht im Moment. Nicht in diesem Monat. Nicht so lange ich so wenig Umsatz mache. So lange ich so wenig Umsatz mache, kann ich kein Gefühl von Zuneigung brauchen. Ein Gefühl von Zuneigung hindert mich daran, an meinen Umsatz zu denken. Ein Gefühl von Zuneigung blockiert meine Begeisterung für Umsatz. Ein Gefühl von Zuneigung verwandelt meine Begeisterung für Umsatz in eine Begeisterung für Zuneigung. Ich will mich nicht für Zuneigung begeistern. Das ist eine Falle. Ich kenne meine Schwächen. Am Ende bin ich dann wieder einmal von Zuneigung begeistert statt von Umsatz. Und das bringt mich nicht weiter. Zuneigung ist schön, Zuneigung macht glücklich, aber Zuneigung bringt dich einfach nicht weiter." (Julia in dem Stück "Wir verkaufen immer")</p>]]></description>
      <link>http://robertwoelfl.com/note-static/items/meine-begeisterung-fuer-umsatz.html</link>
      <pubDate>Thu, 10 Jun 2010 00:00:00 +0000</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>4 Cent</title>
      <description><![CDATA[<p>Wenn Sie sich vorgenommen haben, für die Dauer einer Minute einmal nichts mit Ihrer Hand zu berühren, was zu kaufen wäre, und auch während dieser Zeit nicht daran zu denken, was Sie heute noch unbedingt kaufen müssen oder morgen oder am nächsten Samstag kaufen sollten, wenn Sie sich vorgenommen haben, Ihre Aufmerksamkeit einmal auf keinen Fall einem Gegenstand oder einer Sache zu schenken, die darum bitten, gekauft zu werden, wenn Sie sich also für die Dauer einer Minute einmal ganz heraushalten wollen aus diesem System von Angebot und Nachfrage, als kleines Experiment oder aus dem Gefühl heraus, keine Luft mehr zu bekommen, dann wird Ihnen das schon gelingen. Ja. Selbstverständlich gelingt so etwas. Und Sie werden für eine Minute ganz weit entfernt sein von allem. Und sich zufrieden fühlen oder frei. Aber diese Minute kostet Sie trotzdem 4 Cent. Wenn Sie für Ihre Wohnung im Monat 500 Euro Miete zahlen und 100 Euro für Strom und Gas und Ihre Sozialversicherungsbeiträge 250 Euro betragen und Sie pro Tag mit einem Aufwand von 20 Euro für Lebensmittel und einen Kaffee rechnen müssen und natürlich nicht auf Ihre private Pensionsvorsorge vergessen dürfen, die mindestens 80 Euro verschlingt, und Ihre Handyrechnung 40 Euro beträgt und Sie wenigstens 70 Euro für den Besuch kultureller Veranstaltungen auf die Seite legen müssen und sollten Sie ein Auto besitzen, kommen ja noch mindestens 100 Euro dazu, dann kostet Sie diese Minute und dieses Gefühl eben 4 Cent.</p>]]></description>
      <link>http://robertwoelfl.com/note-static/items/id-4-cent.html</link>
      <pubDate>Wed, 02 Jun 2010 00:00:00 +0000</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Nur zwei Anzüge</title>
      <description><![CDATA[<p>"Mein Vater hatte nur zwei Anzüge. Und er hat gedacht, dass man das nicht merkt. Er hat sie abwechselnd getragen und ständig darauf geachtet, dass sie keine Flecken bekommen. Aber selbstverständlich hat man gemerkt, dass er immer dieselben zwei Anzüge trug. Die Kunden haben dafür einen sechsten Sinn. Sie sehen dich an und können ganz genau sagen, wie viele dunkle Anzüge du zuhause hast. Die Kunden können durch Wände sehen. Die Kunden können durch Schranktüren sehen." (Ricardo in "Wir verkaufen immer")</p>]]></description>
      <link>http://robertwoelfl.com/note-static/items/nur-zwei-anzuege.html</link>
      <pubDate>Tue, 01 Jun 2010 00:00:00 +0000</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Einkommenswirksame Telefonate</title>
      <description><![CDATA[<p>"Wenn man mit jemandem zusammen ist, ist man gezwungen private Telefonate führen. Und das möchte ich nicht. Ich nütze meine Zeit für einkommenswirksame Telefonate. Bis jetzt habe ich mit Niklas einkommenswirksame Telefonate geführt, und ich möchte, dass das so bleibt. Ich möchte nicht auf einmal mit ihm private Telefonate führen. Ich möchte nicht auf einmal Telefonate führen, bei denen das Ziel nicht klar ist. Bei denen am Ende das Ziel nicht der Umsatz ist, sondern bei denen es um irgendein anderes Ziel geht, das meistens nicht klar zu benennen ist. Da geht es um irgend etwas Verschwommenes, irgend etwas Nebelhaftes. Da geht es um das Gegenteil von Umsatz. Und niemand kann von mir verlangen, dass ich meine ganze Zeit für das Gegenteil von Umsatz opfere." (Julia in "Wir verkaufen immer")</p>]]></description>
      <link>http://robertwoelfl.com/note-static/items/einkommenswirksame-telefonate.html</link>
      <pubDate>Sat, 29 May 2010 00:00:00 +0000</pubDate>
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